Der biologische Korridor La Gamba (COBIGA)

Projektbeschreibung

Projektleitung
Dr. Anton Weissenhofer und Dr. Werner Huber

Örtliche Leitung
Ing. Alvaro J. Picado Zuñiga

Wissenschaftliche Begleitung
Univ.-Prof. Dr. Peter Hietz und Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Wanek

Finanzierung
Regenwald der Österreicher, Rainforest Luxemburg, Naturreisen

Der Biologische Korridor La Gamba COBIGA soll die Tieflandregenwälder des Golfo Dulce mit den Bergregenwäldern der Fila Cal, einem Gebirgszug nördlich des Regenwald der Österreicher verbinden. 

In Zusammenarbeit mit dem Verein Regenwald der Österreicher, Regenwald Luxemburg und der lokalen Bevölkerung von La Gamba werden auf ausgesuchten Flächen Wiederbewaldungen mit einheimischen Baumarten durchgeführt und wissenschaftlich begleitet.
Aufgrund verschiedener wirtschaftlicher, sozialer und politischer Entwicklungen kam es in den letzten Dekaden in den Tropen zu massiver Entwaldung, so auch in Meso-Amerika und speziell in Costa Rica. Die Anlage großer Monokulturen zur Herstellung von Exportgütern wie Bananen, Ölpalmen, Ananas und die Entstehung ausgedehnter Viehweiden zur Fleischproduktion, führten zur Zerstörung primärer Lebensräume und zu starker Fragmentierung der verbleibenden Wälder. In Costa Rica wurde die dramatische Entwaldung 1996 durch ein restriktives Forstgesetz zumindest verlangsamt. Mittlerweile stellt die Regeneration geschädigter Standorte eine anspruchsvolle Aufgabe für Restaurationsökologen dar.

Die Degradation solcher Standorte ist je nach Standort und Bewirtschaftung unterschiedlich ausgeprägt. Manche Standorte können einer natürlichen Sukzession überlassen werden und innerhalb von einigen Jahrzehnten wächst auf natürliche Art und Weise wieder ein artenreicher Sekundärwald heran. 

Stark degradierte Standorte sind jedoch durch ein Fehlen von Samenbanken gekennzeichnet, eine natürliche Sukzession ist nur mehr teilweise oder gar nicht möglich. Auf diesen Standorten versuchen wir Wiederbewaldungen und Waldrestauration durchzuführen. Mit selektierten einheimischen Baumarten wird versucht einen artenreichen Wald wieder herzustellen. Dabei werden über 100 verschiedene Baumarten aus der Golf Dulce Region, die in der Finca Modelo kultiviert werden, gepflanzt. Nach der Pflanzung werden die Bäume drei Jahre lang gepflegt und von Lianen befreit. Bis dahin sollten die Jungbäume eine Größe erreicht haben, die das Überleben des Baumes ohne weitere Pflege ermöglicht. Danach wird der Wald sich selbst überlassen und es kann/soll sich wieder ein ursprünglicher Wald entwickeln. 

Mit ortsansässigen Bauern versuchen wir ein einfaches forstwirtschaftliches Konzept zu entwickeln. Je nach Standort selektieren wir wirtschaftlich interessante Baumarten, die wir kultivieren und anschließend gemeinsam mit den Bauern auf ihren Fincas aussetzen und Ihnen die notwendigen Pflegemaßnahmen erklären. Innerhalb von 10 Jahren sind einige der Bäume bereits als Rundholz verwendbar. Entnommene Bäume sollen wieder nachgesetzt werden. Auf diese Art und Weise entsteht ebenfalls ein Korridor, es wird der Primärwald geschützt und die Bauern haben Bauholz zur Verfügung. Im Zuge des COBIGA Projektes und der Arbeit mit den Bauern ist das Buch Creando un bosque - Creation of a forest entstanden, das in einfacher Sprache die Bedeutung von Wiederbewaldugnen und Korridorbildung erklärt und praktische Anleitungen rund um das für Kultivieren und Setzen von Bäumen behandelt.

 CO2 Berechnungen der Univ. Wien und der BOKU Wien

Wissenschaftler der Universität Wien und der BOKU Wien haben Studien verfasst aus denen hervorgeht, dass über einen Projektzeitraum von 60 Jahren pro wiederbewaldeter Hektar 548 t bzw. 590 t CO2 jährlich gebunden werden. Bei einer Bepflanzungsdichte von 800 Bäumen pro Hektar aus 40-50 Baumarten ergibt dies eine durchschnittliche jährliche Bindung von 11.4 kg (548.000/800/60) bzw. 12.3 kg (590.000/800/60) pro Baum. Wir nehmen einen Durchschnittswert von 700 kg CO2-Bindung in 60 Jahren an.  Hier können Sie die Studie als PDF herunterladen.

Berechnung